Rede bei Demo vor dem Landtag am 12.05.2011
Liebe Mitbürger von Schwielowsee, liebe Werderaner, Michendorfer und Nuthetaler! Liebe Mitstreiter aus anderen Regionen, die aus Solidarität mit den Havelseen heute hier stehen, um uns zu helfen!
Nun ist es also raus, unsere wunderschönen, staatlich anerkannten Erholungsorte sollen für die maßlosen Ziele des neuen Flughafens BBI geopfert werden. Und leider ist das keine Schwarzmalerei, sondern bittere Planungsrealität. Was die Deutsche Flugsicherung jetzt konkret auf den Tisch gelegt hat, stellt ein Horrorszenario dar.
Nord- und Südzuführung der Transition der Nordbahn und die Nordzuführung der Transition der Südbahn sollen bei Ostwind direkt zwischen Inselstadt und Wildpark West, über Geltow, Caputh, quer über den Schwielowsee, über Ferch und Kammerode in einer Höhe von 1000 m geführt werden. Das bedeutet: Man will uns 75% aller Westanflüge des neuen Großflughafens direkt über unsere Köpfe schicken!
Als Bürgermeisterin von Schwielowsee habe ich mich bereits vor zwei Jahren um eine enge Kommunikation mit dem zuständigen Ministerium bemüht, um das Problem Fluglärm frühzeitig anzusprechen. Man hat mich aber immer nur vertröstet, genau wie meine Bürgermeisterkollegen aus den Nachbargemeinden. Wir fragen uns langsam, ob wir vom Ministerium nicht bewusst hinters Licht geführt werden. Wir fragen, wie ist es möglich, dass unsere Gemeinden extrem belastet werden sollen, bis heute aber nicht in der Fluglärmkommission sitzen dürfen?
Ich lese immer in der Zeitung, der BBI sei der Wirtschaftsmotor für die gesamte Region – eines ist sicher: Für die Havelseen ist dieser BBI kein Wirtschaftsmotor.
Herr Ministerpräsident Platzeck, Herr Minister Vogelsänger,
Sie machen aus unseren staatlich anerkannten Erholungsorten staatlich anerkannte
Einflugschneisen!
Sie nehmen es offenbar billigend in Kauf, dass unseren blühenden Gemeinden
die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird, weil sie schamlos verlärmt
werden!
Mit Ihren ehrgeizigen und maßlosen Plänen zur Kapazität des neuen
Flughafens, die Sie seit Monaten ohne Rücksicht auf die Bürger kompromisslos
unterstützen und durchdrücken, tragen Sie die volle Verantwortung für
eine solche Entwicklung und nicht die Bürgermeister vor Ort!
Bedenken Sie bitte, dass Sie sich nicht hinter den technischen Notwendigkeiten
der Deutschen Flugsicherung verstecken können!
Ich bitte Sie hiermit in aller Öffentlichkeit, politisch einzuschreiten, ein
Machtwort zu sprechen und Ihr oft gegebenes Versprechen „Lärmschutz
vor Wirtschaftlichkeit“ tatsächlich einzulösen?!
Wir, die Bürger vor Ort, werden und können uns nicht beruhigen, denn
es geht um unsere Region rund um die Havelseen!
Wir werden keine Ruhe geben, so lange wir keine Ruhe bekommen!
Über 55.000 Menschen sind betroffen, lösen Sie ihr Versprechen ein
und unterstützen den Antrag des Landkreises Potsdam-Mittelmark zu
den Anflugrouten vom 21. März 2011 – „außen rum statt
oben drüber“ gilt für An – und Abflüge. Unterstützen
Sie uns, dass unsere Heimat nicht kaputtgemacht wird! Lassen Sie Ihre Bürger
nicht im Stich – auch die Havelseenregion gehört zum Land Brandenburg,
und die Bitte unsererseits ist, sprechen Sie endlich mit uns!
Helfen Sie uns, suchen Sie mit uns gemeinsam nach Lösungen!
Was da jetzt von der DFS geplant ist, ist völlig inakzeptabel!
Im Namen aller Bürgermeister der Havelseenregion Werder/H, Michendorf, Nuthetal
und Schwielowsee: Unterstützen Sie uns und kämpfen Sie mit uns gemeinsam
für die beste Lösung.
Ihre Kerstin Hoppe
Bürgermeisterin Gemeinde Schwielowsee
